Innovation im Dialog: Das Cluster Zukunft der Pflege auf der Pro Care 2026

Mit 6.600 Besucherinnen und Besucher (+20 %) und rund 250 ausstellenden Unternehmen (+30 %) hat die Pro Care 2026 in Hannover ihre Rolle als zentrale Plattform für die Pflegebranche weiter gefestigt. Die vollständig ausgebuchte Messe zeigte eindrucksvoll, wie stark digitale und KI-gestützte Lösungen inzwischen die Pflegepraxis prägen.

Als Cluster Zukunft der Pflege waren das Pflegepraxiszentrum Hannover gemeinsam mit dem PPZ Freiburg, dem PPZ Berlin und dem Pflegeinnovationszentrum (PIZ) in Oldenburg auf einem 105 m² großen Stand vertreten. Die Resonanz war durchgehend hoch: Pflegefachpersonen, Auszubildende und weitere Interessierte nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch, informierten sich über praxistaugliche Innovationen und probierten die vorgestellten Technologien direkt vor Ort aus

Ein besonderer Anziehungspunkt war der humanoide Roboter AMECA, präsentiert vom PIZ in Oldenburg. Darüber hinaus stießen u.a. eine digitale Zahnkamera, die Aerosol-unterstützte Kaltplasmatechnologie zur schonenden Hand- und Wunddesinfektion, hybride Antidekubitus-Matratze, Virtual-Reality-Anwendungen und ein Exoskelett zur Reduktion körperlicher Belastungen Pflegender auf großes Interesse. Besucherinnen und Besucher unseres Standes diskutierten engagiert über Möglichkeiten und Herausforderungen der Einführung technologischer Innovationen in die Pflegepraxis, wobei insbesondere Fragen der Akzeptanz und Praxistauglichkeit im Mittelpunkt standen

Auch politisch fand der Stand Beachtung. Herr Dr. Andreas Philippi, niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, informierte sich vor Ort über das Forschungsprojekt „Cluster Zukunft der Pflege“ und die vorgestellten Technologien. Im Gespräch mit dem Team des „Cluster Zukunft der Pflege“ entwickelte sich ein reger Austausch über die Potenziale technologischer Innovationen für die zukünftige Versorgungspraxis. Sat.1 berichtete im Regionalfernsehen Niedersachsen über die ProCare und zeigte unter anderem Eindrücke vom Besuch Dr. Philippis an unserem Stand.

Neben den technologischen Demonstrationen standen vor allem inhaltliche Fragen im Mittelpunkt: Wie viel Wissenschaft braucht Pflege? Und wie gelingt es, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse nachhaltig in die pflegerische Versorgung zu übertragen? In Workshops und Gesprächen wurde deutlich, dass wissenschaftliche Fundierung als essenziell angesehen wird – entscheidend ist jedoch ihre praxisnahe Entwicklung und die verständliche Vermittlung.

Für das Cluster Zukunft der Pflege war die Pro Care 2026 damit vor allem eines: ein Ort des Dialogs und des Transfers. Die Vielzahl an Gesprächen, Impulsen und neuen Kontakten zeigte eindrucksvoll, wie bedeutend der direkte Austausch ist, um Innovationen gemeinsam weiterzuentwickeln und die Pflegepraxis nachhaltig zukunftsfähig zu gestalten.

Brit Rebentisch-Krummhaar